Das Ende des Schreckens

Ich musste einen sehr mutigen Entscheid fällen: Entgegen der provisorischen Offerte werden die Kosten für einen tauglichen Schutz der Tiere nicht zwanzigtausend, sondern ca. 49’000 Franken kosten.

Bekanntlich sind „halbbatzige“ Lösungen meistens die teuersten, weil auch die viel Geld kosten, aber keine zufrieden stellenden Lösungen sind. Die Situation ist kompliziert, denn die Tiere des Tierheims sollten, wenn sie den Zaun berühren, nicht Alarm auslösen. Auch können, wenn billigere Alarmsysteme verwendet würden, fallende Blätter ebenfalls falschen Alarm auslösen. Nebel oder Schnee, ja sogar Regen könnte die ganze Anlage ausser Gefecht setzen. Zudem muss damit gerechnet werden, dass die Tierhasser versuchen werden, mit Tricks und Vandalismus trotzdem ihr Ziel zu erreichen.

Die leidige Situation im Tierheim Gals ist ja die, dass jederzeit und bei angenehmer Witterung noch vermehrt, wieder versucht würde, Tiere zu stehlen, zu verletzen, in Panik zu jagen oder auch qualvoll zu töten. Dieses Risiko konnte nicht länger ertragen werden.

Ich habe den Auftrag gegeben, die zuverlässigste Version des Sicherheitszauns bauen zu lassen, obwohl ich bei der Auftragserteilung noch keine Ahnung hatte, wie ich das erforderliche Geld zusammenbringen kann. Mir blieb wieder einmal mehr einzig die Hoffnung auf ein Wunder. Dank der spontanen Reaktion von einigen Menschen ist heute annähernd der ganze Betrag gedeckt. Niemand kann sich vorstellen, wie gross meine Dankbarkeit für diese grosszügigen Hilfen ist!

Sorglos kann ich ich den Sicherheitszaun noch nicht geniessen. Ich hoffe weiterhin auf ein Wunder! Dass unsere Tiere aber in Sicherheit leben können, mildert mein Bangen!

Mina Schreyer, Sommer 2000